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Anämie: Labordiagnose und Formen

Anämie ist ein Zustand mit erniedrigtem Hämoglobin und/oder reduzierter Erythrozytenzahl im Blut. Sie ist keine eigenständige Diagnose, sondern ein Syndrom, das eine Ursachenklärung erfordert.

Wichtige Biomarker

BiomarkerWas er zeigtOrientierungswert
HämoglobinSchwere der AnämieM: 130–170 g/L, W: 120–150 g/L
FerritinEisenspeicher20–250 ng/mL
SerumeisenAktueller Eisenwert9–30 µmol/L
Vitamin B12B12-Mangel187–883 pg/mL
FolsäureFolatmangel3,1–20,5 ng/mL
ErythrozytenAnzahl roter BlutkörperchenM: 4,5–5,5×10¹²/L
MCVMittleres Zellvolumen80–100 fL
RetikulozytenErythropoese-Aktivität0,5–2,0 %

Anämieformen nach Laborbefund

Eisenmangelanämie (häufigste Form)

  • Hämoglobin ↓, MCV ↓ (mikrozytär), Ferritin ↓, Eisen ↓, Gesamteisenbindungskapazität ↑
  • Ursachen: Blutverlust, Schwangerschaft, unzureichende Ernährung, Malabsorption

B12-Mangelanämie

  • Hämoglobin ↓, MCV ↑ (makrozytär), Vitamin B12 ↓
  • Ursachen: Autoimmungastritis, Gastrektomie, Vegetarismus, Morbus Crohn

Anämie chronischer Erkrankungen

  • Hämoglobin ↓, Ferritin ↑ oder normal, Eisen ↓, Gesamteisenbindungskapazität ↓
  • Ursachen: chronische Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Onkologie

FAQ

Welcher Test zuerst bei Verdacht auf Anämie?

Kleines Blutbild (mit Retikulozyten) + Ferritin. Damit lassen sich Anämie, Schweregrad und wahrscheinliche Ursache bestimmen.

Wann ist Ferritin normal bei niedrigem Eisen?

Ferritin ist ein Akute-Phase-Protein — bei Entzündung kann es erhöht sein und Eisenmangel maskieren. CRP parallel prüfen.


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